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Im Moment sammeln wir für die Anschaffung von mehreren Kenndecken.

Vielen Dank für ihre Unterstützung!

Kenndecken für Rettungshunde im Training

Man stelle sich vor: Es ist herrliches Sommerwetter – ideal für einen ausgedehnten Spaziergang auf einem perfekt präparierten Waldweg. Plötzlich kommt ein leinenloser Hund angerannt. In Sekundenbruchteilen läuft der Verhaltensregelfilm im Kopf ab: Einfach stehen bleiben? Ja, das war es wohl. Unbeteiligt. Hoffen, dass der Halter bald auftaucht.
Endlich ist er zu hören, der typische Satz von Haltern, die ihre Vierbeiner nicht im Griff haben: „Der tut nix!“ – Na, wenn das mal wahr ist ... Doch nun kommt auch die Gestalt aus dem Dickicht hervor, die diesen klassischen Spruch herübergerufen hat. Sie trägt Signalfarben. „Der tut wirklich nix. Der ist doch nur im Training!“ Die Stimme klingt beschwichtigend. Man möchte ihr glauben. Doch besser noch ein weiterer Blick auf die Uniform. Aha, hier ist es: Ein Abzeichen, das die Situation auflöst, da es die Person ausweist – als Mitglied der Rettungshundestaffel DRK Heidenheim.
Indes, wäre es nicht besser, der Hund hätte auch so eine Dienstkleidung? „Richtig“, bestätigt Gertrud Fucker, „so etwas gibt es auch und wird Kenndecke genannt.“ Wie die Staffelleiterin erklärt, üben die Helfer mit ihren Fellnasen wegen der Brut- und Setzzeit vom Frühling bis zur Jahresmitte zunächst nur hauptsächlich auf Industrieanlagen sowie auf ihrem eigenen Trainingsgelände. Im Juni steht dann für den Nachwuchs der Eignungstest an, dem sich gleich hernach die weitere Ausbildung im Wald anschließt. Spätestens ab diesem Zeitpunkt werden Kenndecken für die Hunde benötigt. „In erster Linie, damit die Jäger und Förster Bescheid wissen. Zwar sind unsere Übungsbetriebe selbstverständlich immer vorher mit ihnen abgesprochen, aber sicher ist sicher.“
Doch auch zur Beruhigung von Passanten sollen die Decken dienen: „Da wir entlang öffentlicher Wege trainieren, kann es schon passieren, dass ein Hund aus dem Wald auf den Weg läuft. Den soll er ja auch absuchen. Aber wenn vor allem ein junger, unerfahrener Hund zufällig vorbeikommende, also auch am Training unbeteiligte Personen danach abcheckt, ob sie in Not sind, könnte das bei denen schon zu ein paar Schrecksekunden führen“, erläutert Gertrud Fucker. „Wenn ein Hund allerdings in ‚Dienstkleidung‘ erscheint, vermuten die meisten Menschen wohl doch, dass das kein gefährlicher Streuner sein kann, und reagieren wesentlich entspannter.“ Wie die Staffelleiterin weiter erklärt, sind solche Kenndecken derart robust, dass sie ein Hundeleben lang halten – alle Übungs- und Rettungseinsätze mit eingeschlossen. Interessant. Dann stellt sich aber doch die Frage, warum der eingangs erwähnte Hund keine Kenndecke trug. „Da wir ehrenamtlich tätig sind, scheitert so manche Sache an den Kosten. Leider auch in diesem Fall: Wir haben einfach nicht genügend Exemplare.“ Was bedeutet dies für die Spendenaktion konkret in Zahlen? „Eine Kenndecke kostet aktuell und je nach Größe zwischen 44 und 64 Euro. Nach unserem jetzigen Bereitschafts- und Trainingsplan werden dieses Jahr noch sechs Kenndecken für die Gesamtsumme von 324 Euro benötigt. Diesen Betrag über die Spendenaktion zusammenzubekommen, müsste doch zu schaffen sein, oder?“
(Text: Adriana Rossi)